Stellen Sie sich Claude Code als Berater mit einem kleinen Team vor. Sie sprechen nur mit dem Berater. Er gibt Teilaufgaben an Spezialisten weiter und meldet Ihnen am Ende das Ergebnis.
Genau das sind Sub-Agents. Kein Hype, sondern ein praktisches Werkzeug zur Arbeitsteilung. Dieser Beitrag zeigt, wann sie sich lohnen — und wann nicht.

Was ein Sub-Agent ist
Die Hauptsession ist der Orchestrator. Das ist die Instanz, mit der Sie sprechen. Sie startet eigenständige Sub-Agents und weist ihnen Aufgaben zu.
Jeder Sub-Agent arbeitet in einem eigenen, frischen Kontext. Er meldet nur ein kompaktes Ergebnis zurück. Sub-Agents sprechen mit der Hauptsession, nie miteinander.
Warum sie sich lohnen
Vier Gründe machen Sub-Agents nützlich.
- Sauberer Kontext. Recherche, lange Logs und große Reports bleiben aus dem Hauptchat heraus.
- Parallele Arbeit. Viele unabhängige Aufgaben laufen gleichzeitig statt nacheinander.
- Günstige Modelle. Die Fleißarbeit übernimmt ein kleines Modell, die Leitung ein starkes.
- Ehrliche Reviews. Ein frischer Agent ist nicht darauf geprägt, Ihnen zuzustimmen.
Eingebaut oder selbst gebaut
Claude Code bringt generische Sub-Agents mit. Daneben bauen Sie eigene, spezialisierte Agents. Ein Sub-Agent ist dabei nichts anderes als eine Markdown-Datei.
Oben steht der YAML-Frontmatter: Name, Beschreibung, Modell und erlaubte Tools. Die Beschreibung ist der wichtigste Hebel. Sie entscheidet, ob der Agent zur Aufgabe passt.
Ein häufiger Fehler aus der Praxis ist ein vergessenes Anführungszeichen. Dann bricht die Struktur, und der Agent startet nie.
Projekt oder global
Projektbezogene Agents liegen im Repo und wandern mit. Globale Agents liegen in Ihrem Benutzerordner und gehören nur Ihnen.
Faustregel: Soll das Team es nutzen, gehört es ins Projekt. Das Verschieben ist trivial, denn es ist nur eine Datei.
Wann ein Sub-Agent — und wann nicht
Nicht jede Aufgabe braucht einen Sub-Agent. Zu viele führen oft zu schlechteren Ergebnissen. Eine einfache Frage hilft.
Schüttet das gleich einen Berg an Information in meinen Chat, den ich nie wieder lese? Wenn ja, delegieren Sie. Wenn nein, bleibt es in der Hauptsession.
Setzen Sie Sub-Agents ein, wenn viele Dateien gelesen werden, wenn Jobs parallel laufen oder wenn Sie ein unbefangenes Review wollen.
Verzichten Sie darauf bei kleinen Änderungen, bei Schritten, die voneinander abhängen, oder wenn der Agent eine Rückfrage stellen müsste.
Dynamische Workflows und „ultra code“
Seit Opus 4.8 gibt es dynamische Workflows. Die Hauptsession startet dann automatisch viele Sub-Agents parallel. Das ist stark, verbraucht aber Ihr Session-Limit schnell.
Deshalb wurde das Auslösewort von „workflow“ auf „ultra code“ geändert. So startet kein großer Workflow aus Versehen. Setzen Sie das Werkzeug bewusst ein.
Berechtigungen ernst nehmen
Wenn ein Agent Daten lesen oder ändern kann, müssen Sie annehmen, dass er es irgendwann tut. Geben Sie deshalb nur die Tools frei, die er wirklich braucht.
Für Recherche- und Prüf-Agents heißt das meist: nur lesen. Bei fremden Agent-Dateien prüfen Sie vorher mögliche Prompt-Injections.
Mein Versprechen an Sie
Sub-Agents sind kein Selbstzweck. Sie sind ein Werkzeug zur Arbeitsteilung. Der Gewinn ist weniger Lärm im Chat, niedrigere Kosten und ein unbefangener Blick auf Ihre Arbeit.
Mein Versprechen an Sie: Ich empfehle Sub-Agents nur dort, wo sie messbar helfen. Automatisierung ist mehr als KI-Hype.
Hinweis: Dieser Beitrag fasst die Kernideen eines englischsprachigen YouTube-Videos zu Claude-Code-Sub-Agents zusammen und ordnet sie aus Beratungssicht ein. Quelle: youtube.com/watch?v=e18sdZLwP7o.
